Michael Heiser: Seine letzte Botschaft über ein erfülltes Leben lehrt
Gloralis
Wer war Michael Heiser? Heiser war vor allem durch sein Buch The Unseen Realm bekannt. Er beschäftigte sich ausführlich damit, was die Bibel über die geistliche Wirklichkeit der Welt sagt. Besonders einflussreich waren seine Arbeiten zu Jesus und zur Dreieinigkeit im Alten Testament.
Michael Heiser: Seine letzte Botschaft über ein erfülltes Leben lehrt
Der Bibelwissenschaftler Michael Heiser ist nach einer Diagnose im fortgeschrittenen Krebsstadium gestorben. Kurz vor seinem Tod hinterließ er eine persönliche Nachricht, die dazu anregt, über die eigenen Lebensziele nachzudenken.
Wer war Michael Heiser?
Heiser war vor allem durch sein Buch The Unseen Realm bekannt. Er beschäftigte sich ausführlich damit, was die Bibel über die geistliche Wirklichkeit der Welt sagt. Besonders einflussreich waren seine Arbeiten zu Jesus und zur Dreieinigkeit im Alten Testament.
Seine letzte Botschaft
Im vergangenen Monat veröffentlichte Heiser auf Facebook einen langen Beitrag, in dem er seine Situation schilderte:
Die Diagnose: Er befand sich im späten Stadium 4 einer sehr aggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung. Keine Behandlung hatte den Tumor zurückdrängen können.
Der Krankheitsverlauf: Der Tumor war in den oberen Verdauungstrakt und den Magen eingewachsen und verursachte eine langsame, nicht zu stoppende Blutung. Selbst bei einer Endoskopie ließen sich nicht alle Blutungsstellen veröden. Es gab keine Lösung.
Die Entscheidung: Da keine Behandlungsmöglichkeiten mehr bestanden, entschied er sich, die verbleibende Zeit zu Hause zu verbringen. Eine konkrete Prognose gab es nicht, die Schätzung reichte von einer Woche bis zu mehreren Wochen.
Heiser schrieb, er werde glücklich sterben, weil er Gott und den Menschen auf die ihm mögliche Weise habe dienen dürfen. Er sei Gott für seine Gaben dankbar und besonders für ein Herz für Laien. Nichts sei ihm wichtiger gewesen, als Menschen zu befähigen, die Bibel tiefer zu studieren und sie auf eine Weise zu erschließen, die auch Fachgelehrten oft verschlossen bleibe.
Auch den Blick nach vorn beschrieb er mit Zuversicht: Nach seinem Tod werde er in die Familie Gottes und in dessen Rat aufgenommen, wenn auch noch nicht in ihrer ganzen Fülle. Darauf freue er sich, und man werde sich in unvorstellbarer Herrlichkeit wiedersehen.
Ein Leben im Dienst
Heiser wusste, dass sein Tod nahte, und konnte deshalb bewusst zurückblicken. Die meisten Menschen haben diese Gewissheit nicht. Die Frage, auf welches Leben wir einmal zurückschauen wollen, stellt sich also für jeden schon jetzt.
Wir dienen im Laufe des Lebens immer jemandem: uns selbst, anderen Menschen oder Gott. Studien deuten darauf hin, dass der Dienst an sich selbst die geringste dauerhafte Freude bringt. Ein selbstbezogenes Leben verspricht anhaltendes Glück, hält dieses Versprechen aber letztlich nicht. Kaum jemand blickt auf dem Sterbebett mit Freude auf ein selbstsüchtiges Leben zurück.
Dem Dienst an anderen wird dagegen eine deutlich höhere Lebensqualität zugeschrieben. Der Mensch sei dafür geschaffen, anderen zu dienen, und die psychische Gesundheit profitiere, wenn man regelmäßig liebt und hilft.
Das hat allerdings eine Schattenseite. Menschen können undankbar, selbstsüchtig oder heuchlerisch sein. Wer den Dienst an anderen zum letzten Sinn seines Lebens macht, kann bitter und zornig werden, wenn die erhoffte Anerkennung ausbleibt.
Warum der Dienst an Gott tragfähiger sein kann
Aus christlicher Sicht lässt sich der Dienst an Gott als die tragfähigste Quelle von Sinn und Freude verstehen. Die Begründung liegt in der Botschaft von der Gnade:
Gnade bedeutet ein unverdientes Geschenk. Nach christlichem Verständnis wird der Mensch allein aus Gnade gerettet.
Ehrlichkeit ohne Angst. Wer sich von Gott angenommen weiß, kann sich auch den dunkelsten eigenen Seiten stellen, ohne zu befürchten, deshalb abgelehnt zu werden.
Dankbarkeit wächst mit der Selbsterkenntnis. Je klarer jemand die eigenen Fehler erkennt und je deutlicher ihm bewusst wird, wie viel ihm vergeben wurde, desto leichter fällt es ihm, anderen Vergebung und Barmherzigkeit zu schenken, auch wenn sie diese nicht verdienen.
Ein unerschöpflicher Vorrat. Da Gottes Gnade nie endet, wird das „Gnadenkonto“ jeden Tag neu aufgefüllt. Wer reich an Gnade ist, kann sie großzügig weitergeben.
Auf diese Weise wird ein Leben im Dienst an Gott und den Mitmenschen sowohl nachhaltig als auch erfüllend.
Die Frage an uns selbst
Heisers Nachricht zeigt, wie ein Leben aussehen kann, auf das man am Ende mit Freude zurückblickt. Sie stellt eine Frage, die jeden betrifft: Möchte ich auf ein Leben im Dienst an mir selbst zurückschauen oder auf eines im Dienst an Gott und an anderen?
Wie man sich auch entscheidet, der Zeitpunkt dafür ist heute, denn das Morgen ist niemandem garantiert.